Anselm von Canterbury und der ontologische Gottesbeweis

Anselm von Canterbury war ein Theologe und Philosoph des Frühmittelalters und Hochmittelalters, der hauptsächlich einer der ersten Protagonisten der Scholastik ( philosophische Lehre von Aristoteles im Mittelalter ) war.

Inhalt: 

  • „Gott ist das größte, worüber hinaus nichts größeres mehr gedacht werden kann“
  • Thomas von Aquin und die Antwort auf Anselms Gottesbeweis
  • Die negative Theologie zwischen Bild und Sprache

 

„Gott ist das größte, worüber hinaus nichts größeres mehr gedacht werden kann“

Anselm von Canterbury machte sich, wie viele Mystiker, Theologen und Philosophen Gedanken darüber, wie man Gott beweisen könnte.

Wie die meisten Menschen heute wissen, kann man aus der reinen naturalistischen Naturwissenschaft, so wie sie noch derzeit seit dem 19. Jahrhundert gelehrt wird, keinen Beweis für Gott finden, da die Wissenschaft nur ein teil des Ganzen ist und eine metaphysische Erneuerung im Denken braucht um sich weiter zu entwickeln und die metaphysischen und theologischen Komponenten aufnehmen wird, da die Wissenschaft sonst keine langfristigen Erkenntnisse mehr hervorbringen kann.

Natürlich sollten Spiritualität und Logik ausgeglichen sein, den ganz gleich welche der beiden Seiten eine Überfunktion erlebt, kommt es zu Dogmen und Ideologien.

Deshalb wird die Menschheit im geistigen Ringen einst diese beiden Säulen aus Spiritualität und Logik meisterlich zusammenführen und aus ihr Neu-Erwachsen.

Und dafür braucht es Gedanken die schon Mystiker und Philosophen vor Jahrhunderten gedacht haben, aber in der noch aktuellen materialistischen Zeit-Epoche nur wenigen Menschen bekannt sind.

Anselm von Canterbury versuchte Gott bzw. wofür der Begriff Gott steht, in der Rhetorik zu beweisen.

Seine metaphysische Erkenntnis:

„Gott ist das größte, worüber hinaus nichts größeres mehr gedacht werden kann“

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Nun könnten Menschen der heutigen Zeit einwenden: „Aber wenn Gott ( monotheistische Interpretation aus der Bibel ) so groß ist, dann hätten unsere Wissenschaftler ihn doch längst entdeckt.“

Ein weiteres Argument wäre: „Das Universum hat Milliarden von Sonnen und Galaxien, das ist doch viel größer als Gott und das Universum ist durch Zufall entstanden“

Aber hier liegt schon ein grundlegender Denkfehler. Denn wenn Anselm von Canterbury meint: „…worüber hinaus nichts größeres mehr gedacht werden kann.“

Dann ist es gleich, welchen Begriff wir nehmen, im Beispiel des Universums, wäre eben dass das größte, worüber hinaus nichts größeres mehr gedacht werden kann. Es muss nicht der Begriff Gott sein, der für den ontologischen Gottesbeweis notwendig ist.

Denn die meisten Menschen, allen voran Theologen, Philosophen und auch Wissenschaftler, beziehen ihre Interpretation auf Wörter und Begriffe, das bedeutet die jeweiligen angeblichen Erkenntnisse vieler Menschen sind an den Modus eines bestimmten Wortes angebunden und wieder andere Menschen versuchen mit antagonistischen Begriffen als Antithese jeglichen Begriff zu widerlegen.

Man kann aber nicht einen Beweis auf ein Wort oder Begriff reduzieren, da immer wieder neue gegensätzliche Begriffe gefunden werden, die man als Antithese für den jeweiligen Begriff verwenden könnte.

Das bedeutet:

  • Man kann Gott bzw. das EINE ( ALL ) nicht mit Begriffen beweisen.
  • Gott bzw. das ALL kann man nicht mit naturwissenschaftlichen materiellen Gegenständen die auf Begriffe und Wörter ihre Erkenntnisse begründen, zum Beweis für Gott oder den Omega-Geist verwenden, lediglich als kleinen Baustein in die Denkrichtung/Sein.

Daher ist das Argument welches Anselm von Canterbury gebracht hat, nicht nur auf einen Begriff wie z.B. Gott, Urknall oder Universum reduziert, sondern kann auf jeden Begriff, der für: „…das größte worüber hinaus nichts größeres mehr gedacht werden kann“, ausgetauscht werden.

Thomas von Aquin und die Antwort auf Anselms Gottesbeweis

Im Buch: „Gottesbeweise“ schreiben Joachim Bromand und Guido Kreis:

„Man könnte im Prinzip zudem im Prinzip fragen, das Anselm zugrunde legt, wenn er sagt, daß ein Gott, der auch in der Wirklichkeit ist, größer ist als ein Gott, der nur im Verstand ist. Ist nach Anselm alles, was in der Wirklichkeit existiert ?

Oder nur einiges davon ? Oder ist es nur größer als einiges von dem ´, was nur im Verstand existiert ? Gilt das für alle Arten von Gegenständen oder nur für einige ?

…Mit dem Prädikat „ist größer als“ läßt sich kein zugleich präziser und ohne weiteres haltbarer Sinn verbinden. Wir würden allerdings nicht empfehlen, daraus den Schluß zu ziehen. , das der Beweis bereits an dieser Stelle scheiterte. Der Erfolg eines Beweises hängt davon ab, ob die Prämissen für denjenigen, der überzeugt werden soll, zustimmungsfähig sind. Es gibt aber keine zwingenden Gründe dafür, daß dies für den Atheisten hier nicht der Fall sein sollte. In einem nichttechnischen Sinn ist es auch für den Atheisten einleuchtend, zu sagen, daß es für einen exklusiven Gegenstand wie Gott größer ist, zugleich im Verstand und in der Wirklichkeit als nur im Verstand und nicht in der Wirklichkeit zu sein – was auch immer „größer“ hier genau heißen mag.

…Die Wahrheit des Satzes „Gott existiert“ muß deshalb Thomas ( —> Thomas von Aquin ) zufolge auf andere Weise bewiesen werden. Die einzige Alternative, die Thomas zuläßt, sind die sogenannten fünf Wege, die von den empirischen erforschbaren „Wirkungen Gottes in der Welt ausgehen. Die Kritik an Anselm enthält in diesem Punkt allerdings eine Verzerrung. Thomas unterstellt, daß Anselm auf einen Gottesbeweis verzichten wollte, weil ihm die Begriffsanalyse für die Einsicht in die Existenz Gottes selbst schon ausreichend gewesen sei. Anselm war aber eindeutig der Auffassung, daß dazu ein expliziter Beweis nötig ist, weil es sich gerade nicht von selbst versteht, daß Gott auch in Wirklichkeit existiert ( wie das Beispiel des Toren belegen soll ). Thomas gibt Anselm methodisches Selbstverständnis also nicht korrekt wieder. Was Thomas tatsächlich meint, ist etwas anderes: Thomas bestreitet, daß es möglich ist, einen apriorischen Gottesbeweis zu führen, und schlägt als einzige Alternative die aposteriorischen Gottesbeweise vor.

Selbst dann allerdings, wenn es uns möglich wäre, das Enthaltensein des Existenzprädikates im Gottesbegriff zu erkennen, würde daraus nach Thomas nie eine Existenzaussage wie „Gott existiert“ gefolgert werden können. In Kapitel II der Summe gegen die Heiden —> ( Summa contra gentiles ) / ( Text 3.1 in diesem Band ) gibt Thomas dafür folgende Begründung an:

Auf dieselbe Weise nämlich muß man die Sache [ res ] und den begrifflichen Inhalt des Namens [ ratio nominis ] ansetzen. Daraus aber, daß man mit dem Geist begreift, was mit dem Namen „Gott“ ausgesprochen wird, folgt nur, daß Gott im Verstand ist; und von daher würde auch das, über das hinaus Größeres nicht gedacht werden kann, nur im Verstand sein müssen. Und daraus folgt nicht, daß etwas, über daß hinaus Größeres nicht gedacht werden kann, in Wirklichkeit sei. Und so ergibt sich für die, die behaupten, daß es Gott nicht gibt, auch keine Unstimmigkeit, denn es ist nicht unstimmig, daß zu etwas beliebigem entweder in Wirklichkeit oder im Verstand Gegebenen etwas Größeres gedacht werden kann, außer für den, der bereits zugesteht, daß es etwas, über das hinaus Größeres nicht gedacht werden kann, in Wirklichkeit gebe.

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Anselm von Canterburys Argument: Gott ist das, worüber hinaus nichts größeres gedacht werden kann, wurde von Thomas von Aquin, so gedeutet, das alles was gedacht werden kann, im Verstand existiert.

Aber Gott nicht nur im Verstand existiert, sondern als Duplex in Natur und Verstand zugleich. Wie aber können wir dann Argumente er-finden, die beiden Seins-Ebenen gerecht werden ?

Wenn wir verstehen, das auch die Natur ein gedachtes Hologramm ist, was erst durch Bewegung ( —> Aristoteles: Unbewegter Erstbeweger ) die Seins-Formen begründet hat, also das was als Kosmos und Natur zu verstehen ist, dann existiert Gott sowohl im Geist als auch in der Natur, da die Natur das Abbild jenes Geistes ist, der selbst aber kein Bild ist, sondern aus dem alle Bilder hervorgehen.

Die negative Theologie zwischen Bild und Sprache:

Die Sprache ist das vertonte Bild, man kann aber auch Dinge sprechen, die kein Bild im Gedanken bilden, sondern auf ein imaginäres Bild in der Geist-Seele zurückgreifen, das bedeutet, in der Seins-Ebene die wir Idee, Intuition oder Ahnung nennen ist eine quasi-Matrize von einem Bild erhalten, welches aber noch kein Bild ist, sondern eine reine Form der Idee, auf die der körperliche rationale Mensch keinen direkten Zugriff hat. Diese Idee kann erst zur Idee werden, wenn gewisse Bilder im Menschen eine Sprache und Erkenntnis zeigen, worauf die Idee umgesetzt werden kann, dann wird der Raum der Idee gefüllt mit Gedanken welche dann zur Sprache kommen und in die Natur-bewegte Welt als Aufgabe erscheinen können.

Hier greift das Argument: …“ist größer als, worüber hinaus nichts größeres gedacht werden kann“, direkt aus der Seins-Ebene der Umwandlung zwischen Idee und Gedanken-Raum.

Das was als Gott beschrieben wird, beschreibe ich auch als Omega-Geist, denn alle Begriffe und Wörter werden erst in der Seins-Ebene der Bilder geformt bzw. in dem deuten von inneren Bilder, weil an Gedankenbildern gleich auch Dinge und Geschehnisse gebunden sind und an diesen wiederum Emotionen und Handlungen.

Die Sprache die aus Begriffen und Wörtern besteht, kann nur durch das geformte Bild, beispielsweise einer Burg, dann gesprochen werden, wenn die Burg schon existiert und z.B. historische Momente in den Erinnerungen ( Gedanken ) bei den Menschen ergibt.

So ist Gott größer als die Burg, die existiert und im Verstand existieren kann mit hinzugefügten Ideen, wie z.B. einer baulichen Erneuerung der Burg ect. so das Gott über Natur, Verstand und Idee seiend ist, worüber hinaus nichts größeres gedacht werden kann, weil das gedachte ( Gedanken-Bilder ) den unbewegten Erstbeweger nicht in seiner Ganzheit ergreifen kann, da das gedachte Sein, ganz gleich wie groß es auch gedacht wird, immer nur ein Prädikat des Omega-Geistes ist, denn Idee und Gedanke sind als Substanz im Omega-Geist, aber als Akzidenz in der Natur und die Natur ist wieder eine teil-Substanz des Omega-Geistes weshalb man Gott ( Unbewegter Erstbeweger, Omega-Geist oder Übersein ) nicht Denken und sprechen kann, aber das Denken und sprechen teil seiner Wesenheit sind, bis die Gedanken und alles was Natur ist durch die letzte Bewegung zur absoluten Null ( Kreis ) wird und alles ist Geist ohne Bewegung.

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-anno 28/29.04.2019 bei Jupiter

Zitat: Joachim Broband und Guido Kreis – Gottesbeweise

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